Puttgarden


Der Name ist berühmt geworden, seit die Deutsche Bundesbahn den Begriff der Vogelfluglinie geprägt hat. Und weil man ihn so oft gehört und gelesen hat, mag mancher vermuten, daß es sich hier um eine ausgewachsene Hafenstadt handelt. Dem ist jedoch ganz und gar nicht so. Puttgarden ist ein kleines Dorf, nicht anders als andere Dörfer auf Fehmarn. Es ist bemerkenswert, wie dieser Ort sein eigenes dörfliches Gesicht wahrt und dabei die unmittelbare Nachbarschaft des bedeutenden Fährbahnhofs zu ignorieren scheint, obwohl dort täglich weitaus mehr Menschen durchgeschleust werden als Puttgarden überhaupt Einwohner hat. Als Fährstation hat Puttgarden eine jahrhundertelange Tradition, denn auf der Passage zwischen Fehmarn und Lolland/Dänemark ist hier mit knapp 19 km Entfernung die kürzeste Verbindung von Insel zu Insel..
Man ist in Puttgarden daher an Durchgangsverkehr gewöhnt. Schon zu katholischen Zeiten im Mittelalter war man eine wichtige Etappe für skandinavische Pilger auf dem Weg nach Rom. Damals gab es in der Nähe des Dorfes eine Peter und Paul geweihte Kapelle, in der die Pilger um ein Gelingen ihrer Fahrt baten. Leider ist von dieser früheren Stätte des Christentums auf Fehmarn nichts mehr erhalten.
Das geschäftige Treiben des in jüngster Zeit durch Umbaumaßnahmen stark veränderten Fährbahnhofs läßt sich gut von der Fußgängerbrücke aus überblicken, die die Anlage überspannt. 24,8 km Gleis wurden im Bahnhofsbereich verlegt, 155 Weichen zerfasern die Schienenstränge. Die ganze Anlage einschließlich des Hafens bedeckt eine Fläche von 54 ha. Da es auf Fehmarn nur wenige Brunnen gibt, musste für Trinkwasserbedarf der Transitreisenden eigens eine 25 km lange Pipeline vom Festland auf die Insel herübergelegt werden. Immerhin befördert der Fährbetrieb jährlich ca. 7 Mio. Passagiere, 1 Mio. PKW, 180000 LKW und etliche Eisenbahnwaggons. Wie die Zukunft des Fährbahnhofs aussieht ist unklar. Es entsteht ein völlig neuer Anleger, der dem veränderten Bedarf durch die neuen Fährschiffe entspricht. Durch geplante Einstellung des Eisenbahnverkehrs auf dieser Strecke, einhergehend mit dem Bauvorhaben der Belt-Querung wird sich hier sicherlich eine Veränderung des Durchreiseverkehrs ergeben. Die z.Zt. drei Hafenbecken werden durch zwei weit ins Meer hineingebaute Molen geschützt, von denen eine 630 und die andere 820 m lang ist. Beide Molendämme dürfen betreten werden, so dass man einen Spaziergang zum Molenkopf unternehmen kann, wo die großen Fährschiffe scheinbar zum Greifen nah durch die hier nur 85 m breite Durchfahrt am Betrachter vorüberrauschen. Der Fährverkehr läuft rund um die Uhr fast regelmäßig im Halbstundentakt, die Fahrzeit nach Roedby Faerge beträgt bloß eine Stunde. Eine schnelle Gelegenheit, um mittels eines Tagestickets einen Abstecher nach Dänemark zu unternehmen. Ursprünglich war der Hafen weiter westlich des heutigen Standorts geplant. 1941 wurde dort sogar schon eine Mole gebaut, doch dann entdeckte man, dass sich hinter dem Puttgarden- Riff durch die Belt dominierende West- Ost- Strömung stetig neue Sandbänke aufbauen und die Ausdehnung des Riffs allmählich ostwärts verlagert. Die Mole wurde zur Bauruine. Zwar ist sie nicht mit dem Land verbunden, aber heute noch zu sehen und mittlerweile ein beliebter Platz für Angler.


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